Portrait der Bauchtänzerin Eva Laloum: Persönliches, künstlerischer Werdegang, Vorbilder und Aktivitäten sowie Kontaktadresse


Künstlername: Eva Laloum
Geburtsjahr:  1965
Sternzeichen: Stier, Aszendent Skorpion
Beruf / Tätigkeit: Film, Fernsehen, Verlag als Freelancer
Erzähl uns ein bisschen was von Dir privat... Wo soll ich anfangen? Am liebsten bin ich in der Natur- Berge, Wüste, Wasser, und ich reise mit Leidenschaft. Ich habe eine sehr liebe Familie und wunderbare Freunde.
Was findest Du an Dir positiv? Meine Energie, Lebenslust und Ausdauer
Und was magst Du nicht an Dir? Meine melancholische Seite.
Worüber kannst Du Dich aufregen? Über Psychoterror, Vorurteile und Intoleranz.
Was bedeutet Glück für Dich, oder was macht Dich glücklich? Glück ist, bei Regen unter einem Bambusdach zu sitzen"(asiatisches Sprichwort). Die einfachen Dinge sind die schönsten.

Wann und wie bist Du zum orientalischen Tanz gekommen?
Das war schon Anfang der Achtziger Jahre. Ich hatte bis dahin immer Balkan-Folklore getanzt, aber irgendwann faszinierte mich dieser Tanz, den ich oft auf arabischen und türkischen Familienfesten gesehen hatte. Von 1986 bis 1991 studierte ich dann Islamwissenschaften in Jerusalem und nahm dort oft Unterricht im orientalischen Tanz, z.B. bei Amoura, die heute in Wien lebt. Orientalischer Tanz ist in Israel bei der jüdischen wie muslimischen Bevölkerung ja gleichermaßen beliebt, wenn man mal von den religiösen Fanatikern absieht. Nach einiger Zeit engagierte mich ein orientalisches Restaurant, später auch ein Club, und das war natürlich ein Anreiz, mich intensiver mit dem Tanz zu beschäftigen und fleißig zu üben. Ab 1991 war ich dann für zwei Jahre zum Arabisch-Studium in Kairo an der Uni und habe natürlich die Gelegenheit genutzt, bei Profis wie Nadia Hamdi oder Ibrahim Akif mehr zu lernen.

Hast Du einen Künstlernamen und wenn ja, wie bist Du dazu gekommen?
Laloum ist ein nordafrikanisch-sephardischer Nachname, und der wiederum ist ein Teil meiner (Familien-)Geschichte.

Gibt es jemanden, der Dich besonders beeinflusst hat? Oder hattest Du ein Schlüsselerlebnis, das Dich besonders geprägt hat?
Mit Sicherheit war Nadia Hamdi in Kairo eine der wichtigsten Persönlichkeiten in punkto Raqs Sharqi für mich. Sie unterrichtet nach der alten Familientradition aus Kairos Muhammad Ali- Straße, ist allerdings heute aus "Schicklichkeitsgründen" verschleiert. Nadia ist ein typisches Beispiel für die orientalischen Widersprüche. Ihr Tanz ist ungeheuer expressiv und anmutig mit einem wirklich breiten Repertoire- von Sagat bis hin zu Tanoura.

Was sind Deine Aktivitäten in Sachen orientalischer Tanz?
Neben diversen Auftritten unterrichte ich auch öfter Workshops und gebe Privatunterricht. Abgesehen vom Tanz möchte ich auf Grund meiner langjährigen Erfahrungen in Nahost auch Kulturelles vermitteln, was meines Erachtens bei uns oft viel zu kurz kommt.
So mache ich z.B. auch Vorträge zum Thema orientalischer Tanz/ Musik/ Film usw., erkläre im Unterricht Liedtexte, schreibe zu bestimmten Themen wie etwa "Liebe und Erotik im Islam" usw.

Was magst Du am orientalischen Tanz besonders?
Für mich ist der orientalische Tanz eine Ausdrucksform des Weiblichen schlechthin. Der Genuss, sich als Frau zu fühlen und das zu zeigen. Und damit auch andere glücklich zu machen.

Glaubst Du, dass orientalischer Tanz und Erotik zusammengehören?
Ja, auf alle Fälle. Die Bewegungen mit Hüfte, Bauch und Busen, und auch die Mimik und Gestik gehen fast alle in diese Richtung.
Allerdings wird die Erotik hier zu Lande oft missverstanden und in eine bestimmte, sehr eindeutige Richtung interpretiert. Im Orient ist dies- vielleicht infolge der immer noch ausgeprägten Geschlechtertrennung- wesentlich vielschichtiger. Frauen können anderen Frauen gegenüber Erotik fühlen, ohne im mindesten lesbisch zu sein. Und auch für orientalische Männer regt der Tanz oft nur Fantasien an, die nicht unbedingt gleich konkret sein müssen. Eher ein Genuss ohne direkte Folgen, eine Stimulation von Phantasien.

Was war das schönste oder amüsanteste Erlebnis Deiner bisherigen Laufbahn?
Ich erzähle das amüsanteste: 1994 hatte ich mir einen Leistenbruch geholt und wurde operiert. Der Chirurg erteilte mir drei Monate strengstes Tanzverbot. Nach etwa anderthalb Monaten rief mich ein Kinderarzt an, der für seine Praxiseröffnung eine Bauchtänzerin suchte. Ich fühlte mich fit und nahm das Angebot an. Dutzende von Kleinkindern tobten beim Auftritt um mich herum, und irgendwann sah ich unter den geladenen Gästen - meinen Chirurg! Ich wurde natürlich knallrot und war ziemlich verlegen, weil ich mich ertappt fühlte, aber er meinte nur lächelnd: "Sie haben sich ja gut erholt, da trinken wir ein Gläschen drauf."


Kontaktadresse:

Eva Laloum
Romanstr. 4
80639 München

Tel/ Fax. 089/162970

Email: elaloum@gmx.de
Homepage: www.eva-laloum.de


Alle Fotos: Peter von Felbert


 

 

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