Portrait der Bauchtänzerin Amira el amar aus Freiburg: Persönliches, künstlerischer Werdegang, Vorbilder und Aktivitäten sowie Kontaktadresse



Künstlername: Amira el Amar
Geburtsjahr:  1959
Sternzeichen: Skorpion
Beruf / Tätigkeit: Endoskopieassistentin und Tänzerin
Erzähl uns ein bisschen was von Dir privat... Ich bin seit 20 Jahren mit einem wunderbaren Mann verheiratet, den ich sofort und jederzeit wieder heiraten würde. Ich war damals 23 Jahre alt, als ich mich für ihn entschied – und das, obwohl er zwei Söhne hatte. Diese waren damals 6 ½ Jahre und 11 ½ Jahre alt und nach der Scheidung (vor meiner Zeit) ihm zugesprochen. Entgegen aller Unkenrufe habe ich die Herausforderung – zwei Jahre später, eine „Familie“ zu heiraten, angenommen. Es war eine supertolle (manchmal auch turbulente) Zeit mit den Kindern und wir haben sie gemeinsam bestens bestanden. Heute sind beide ebenfalls verheiratet und wir mögen uns nach wie vor.
Was findest Du an Dir positiv? Ich denke positiv (meistens) und nehme das Leben so wie es kommt. An den guten Dingen halte ich fest, aus den schlechten versuche ich das Beste zu machen.
Und was magst Du nicht an Dir? Meine Ungeduld
Worüber kannst Du Dich aufregen? Unkollegialität, Unfairness und Ungerechtigkeit
Was bedeutet Glück für Dich, oder was macht Dich glücklich? Mein Mann, meine Familie, meine Freunde- manchmal einfach nur lachende Menschen oder liebenswerte Dinge

Wann und wie bist Du zum orientalischen Tanz gekommen? Das ist eine lange Geschichte – ich versuche mich kurz zu fassen: ich tanze seit meiner Kindheit (Ballett) und habe nach einer kleineren Pause eine Alternative zum Ballett gesucht. Da und dort ausprobiert, aber nirgendwo mehr richtig Fuß gefasst. Eine Bekannte von mir erzählte mir dann (vor ca, 17 Jahren), dass eine Frau (Mardshana Samra) ganz in der Nähe orientalischen Unterricht erteilen würde und gerade ein neuer Anfängerkurs begonnen hätte. Ich habe sie ausgelacht, denn ich bin eher der Schwedentyp: blond und blauäugig. Zudem hielt ich diesen Tanz eher für eine neumodische „das macht Frau jetzt- Erscheinung“…….. Aber auf das Drängen meiner Bekannten, zumindest mal rein zu schnuppern, ging ich halt (notgedrungen) mit – und das war dann der Anfang………….

Hast Du einen Künstlernamen und wenn ja, wie bist Du dazu gekommen? Amira el Amar. Ich trug einmal eine Haarspange, die etwas verspielt und (angeblich) prinzessinenhaft aussah. Das gab mir den Namen Amira. Da ich in einer Vollmondnacht geboren wurde, ergänzten wir Amira (da es doch mehrere Amiras gibt) mit „el Amar“. Der Name ist eine Kreation von Momo Kadous und einer libanesischen Patientin.

Gibt es jemanden, der Dich besonders beeinflusst hat? Oder hattest Du ein Schlüsselerlebnis, das Dich besonders geprägt hat? Meine erste Liveshow habe ich (kurz nachdem ich den o.T. für mich entdeckte) in Karlsruhe/Durlach gesehen. Havva hat dort u.a. getanzt und eine persische Tänzerin (ich glaube sie hieß Amal ??). Havva entspricht ungefähr meinem Temperament, Amal hat mich an die weichen Bewegungen aus dem Ballett erinnert. Da hat sich mein Wille, den o.T. für mich zu „perfektionieren“ gefestigt.

Was bedeutet der orientalische Tanz für Dich? Er wurde Teil meines Lebens.

Was sind Deine Aktivitäten in Sachen orientalischer Tanz?
(oh Gott– hast Du Zeit?) Nach wie vor nehme ich an speziellen Tanzprojekten teil (momentan wieder bei Momo Kadous) und ausgesuchten WS, um mich selbst weiterzubilden und tänzerisch fit zu halten. Ich unterrichte an einer Ballettschule in Lahr/Schw. orientalischen Tanz für alle Niveaustufen und habe eine wirklich gute Tanzgruppe. Ich veranstalte Shows, die bisher alle sehr erfolgreich waren. Zuletzt hat sich sogar das regionale Fernsehen TV-Südbaden dafür interessiert. Ich trete bei verschiedenen Veranstaltungen auf – alleine oder zusammen mit meinem Ensemble. Ich gebe WS und organisiere WS (dieses Jahr wieder mit Said el Amir). Ich choreographiere neben Tänzen auch Märchen (manchmal auch für die Ballettschule) u.s.w.

Gibt es eine Tanzart, eine Musikrichtung, die Du besonders magst oder hast Du ein Lieblingsaccessoire im Tanz? Ich mag natürlich klassische Musik nach wie vor, aber das Mittelalter – bis zum Barock - hat es mir neben dem orientalischen Tanz besonders angetan. Mein Lieblingsaccessoire ist der Leuchter, den ich nicht nur im orientalischen Tanz verwende. Ebenso der Isisschleier – es sind multifunktionelle Accessoires, die immer ein Highlight darstellen. Ich tanze aber auch gerne mit dem Stock oder Säbel.

Glaubst Du, dass der Tanz Dich in Deiner persönlichen Entwicklung beeinflusst hat? Unbedingt. Aber das müsste eigentlich bei jedem/r Tänzer/in passieren. Da wir ja alle mehr oder weniger exhibitionistisch veranlagt sind und die Bewunderung unseres Körpers oder Tuns genießen, haben wir ja auch ein entsprechendes Selbstbewusstsein entwickelt. Ich laufe stets mit offenen Augen durch die Welt, beobachte die Menschen, aber auch Tiere und Natur. Das gibt mir die choreographische und tänzerische Inspiration und reflektiert(e) letztendlich auch auf mich. Der Tanz (oder auch andere künstlerische Tätigkeiten) gibt auch die Möglichkeit sich mit allen Lebenssituationen auseinanderzusetzen. Für jede Stimmung gibt es Musik, wer das für sich entdeckt hat, hat auch eine bessere innere Balance. Ich empfinde das auf jeden Fall so und ich bin meinen Eltern deshalb ewig dankbar, dass ich schon als Kind habe tanzen lernen dürfen. Ich gehe sogar soweit, dass der Tanz mir in kritischen Phasen der Pubertät eine große Hilfe war und bis heute ist.

Was hältst Du von Authentizität, Phantasie und Weiterentwicklung und Kreativität im orientalischen Tanz? Sehr viel, aber alles zu seiner Zeit. Tanz ist Evolution und das ist auch gut so und wichtig. Würde das nicht geschehen, wäre der orientalische Tanz ein toter Tanz. Nur, wenn jemand vorgibt, einen authentischen Tanz zu präsentieren, dann verlange ich als Zuschauer auch, dass Musik, Kostüm, Accessoires und Bewegungen stimmen, da bin ich dann dogmatisch und zickig, dann will ich auch sehen, dass sich der/die Tänzer/in mit der Authentizität befasst hat.

Was ist Dir in Deinem Unterricht wichtig? Zunächst natürlich das Übliche: Freude am Tanzen zu vermitteln. ABER nicht nur das, auch die Technik gehört dazu, Ausstrahlung, Präsenz. Neben der oriental. Tanztechnik ist es mir wichtig, dass ich meinen Schülerinnen auch eine anatomisch richtige Haltung (Beinarbeit z.B.) beibringe. Auch das Hintergrundwissen gehört dazu. Es macht mich kirrelig, wenn Schülerinnen aus anderen Schulen zu mir kommen und X-Beinig ins Plié gehen oder nach angebl. 3 Jahren unterricht noch nie etwas von einem Masmoudi saghir oder kabir etc. gehört haben. Was macht für Dich eine/n gute/n Lehrer/in aus? Dass sie sich selbst weiterbildet (kein learning by doing oder „jetzt kann ich alles“…..). Dass sie ihre Aufgabe als Lehrerin richtig versteht, was heißt: ich lehre um anderen etwas beizubringen (mit aller Konsequenz), und Schüler/innen nicht klein hält um selbst stets die Größte zu sein und zu bleiben. Dass sie den Schüler/innen, die sich auch weiterentwickeln wollen, aufrichtig hilft und mit Stolz und neidlos auf diese blickt.

Was war das schönste Erlebnis Deiner Laufbahn? Ich habe vor allen großen Politikern und auch Größen aus Funk und Fernsehen getanzt, als ich noch mit dem Europapark zusammengearbeitet habe. Und da amüsanteste? Nach einem sehr schnellen Entreetanz habe ich mich kurz vor dem Takasim theatralisch auf den Boden geworfen (auf einen deutlich hörbaren Akzent !!), um ab da mit dem Bodentanz zu beginnen. Einmal hat ein Zuschauer gedacht, ich wäre hingefallen und hat mir geholfen aufzustehen (um es besser zu sagen, er hat mich hochgezogen…) – an diesem Abend gab es dann keinen Bodentanz………

Was wünscht Du Dir für den orientalischen Tanz in Deutschland? Eine einheitliche Tanzterminologie)

Dein Motto? Tanzen ist das Schaumbad meiner Seele

Kontaktadresse:

Amira el Amar
c/o Annette Gündel
Auwaldstr. 27
79110 Freiburg
Tel. 0761-132481

Email an Amira el Amar
Homepage: www.amira-el-amar.de

Fotos: SKUB Freiburg, Heinz Nei

 

 

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